Der Managerkontrakt ist eine sehr populäre Einstellungsform unter Führungs- und Verwaltungskräften. Er ist ein Innominatvertrag, abgeschlossen durch Personen, die gleichzeitig ein Einzelunternehmen führen.

Gemäß dem Gesetz über das Sozialversicherungssystem kommt es zur Grundlagenkonkurrenz bei Sozialversicherungspflicht, d.h. der Sozialversicherungspflicht als ein Einzelunternehmen und beim Managerkontrakt. Die polnische Sozialversicherungsanstalt (ZUS) vertritt den Standpunkt, dass die Wahl einer Wirtschaftstätigkeit oft fiktiv ist und lediglich dem Ziel dient, den Auftraggeber von Zahlung wesentlich höheren Versicherungsbeiträgen (berechnet von Einnahmen aus einem Managerkontrakt) freizustellen.

Der Oberste Gerichtshof hat in seinem Urteil vom 29. März 2017, Aktenzeichen I UK 116/16, jedoch darauf hingewiesen, dass die Sozialversicherungsanstalt (ZUS) von einem anhand eines Managerkontrakts eingestellten Leiter oder Geschäftsführer keine Beiträge für solch einen Vertrag verlangen darf, wenn der Betroffene wegen der geführten Wirtschaftstätigkeit versichert ist.

Der Oberste Gerichtshof hat dabei aufmerksam gemacht, dass eine Versicherung wegen geführter Wirtschaftstätigkeit anstatt eines Managerkontrakts auch dann möglich ist, wenn diese Tätigkeit nur und ausschließlich zugunsten eines einzigen Wirtschaftssubjekts geleistet wird.

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs betrifft ausschließlich Manager, die gleichzeitig keine Vorstandsmitglieder der verwalteten Gesellschaft sind. Die Grundlage der Sozialversicherungspflicht beim Vorstandsmitglied einer Kapitalgesellschaft, der mit dieser Gesellschaft im Rahmen der durch ihn geführten nichtagrarischen Wirtschaftstätigkeit einen Vertrag über Erbringung von Verwaltungsdienstleistungen (einen Managerkontrakt) abgeschlossen hat, bildet der Managerkontrakt und nicht die selbständige Erwerbstätigkeit.  Dies bestätigte auch der Oberste Gerichtshof in einem Beschluss von 7 Richtern vom 17. Juni 2015, III UZP 2/15, der als Rechtsgrundsatz rechtskräftig ist. Die Pflicht, Sozialversicherungsbeiträge von Managerkontrakten abzuführen, wird also nur Vorstandsmitglieder betreffen.