Wenn der Auftraggeber durch den Auftragnehmer irregeführt wird, wird der Auftragnehmer aus dem Verfahren ausgeschlossen. Viele Auftragnehmer versuchen durch falsche Angaben im Angebot zu prüfen, ob die Konkurrenz den Auftraggeber irregeführt hat.

Es ist wichtig, dass die Konsequenzen einer Irreführung des Auftraggebers vom Auftragnehmer getragen werden, unabhängig davon, ob irreführende Informationen in seinen Erklärungen oder den Unterlagen des Dritten enthalten sind. Das hat im Urteil der nationalen Beschwerdekammer Anwendung gefunden, in dem die Kammer bewiesen hat, dass eventuelle Konsequenzen, die durch die falschen Informationen entstanden sind, nur für den Auftragnehmer belastend sein können (das Urteil KIO vom 7. Juni 2017, KIO 1004/17).

Nach dem Art. 26 Abs. 3 des Gesetzes über das Vergaberecht ist es unberechtigt, den Auftragnehmer zu verpflichten, dass er die Dokumente ergänzt. Der Auftragnehmer, der die falschen Informationen nach dem Art. 24 Abs.1 Pkt. 17 des Gesetzes über das Vergaberecht erteilt hat, wird nach dem Art. 26. Abs. 3 des Gesetzes über das Vergaberecht nicht verpflichtet, um die Dokumente zu ergänzen.

                Die Kammer hat im Urteil vom 7. Juni 2017 darauf hingewiesen, dass die Schuld für die Irreführung des Auftraggebers als Schuld sowohl mit Vorsatz als auch ohne Vorsatz, als Unvorsichtigkeit und Fahrlässigkeit verstanden werden sollte, wobei die Sorgfalt gemäß Art. 355 des Bürgerlichen Gesetzbuches beurteilt werden muss. Die Anordnung vom Art. 24 Abs. 1 Pkt 17 des Gesetzes über das Vergaberecht findet Anwendung bei der Irreführung durch sowohl den Auftragnehmer als auch seine Tätigkeit. Die nationale Beschwerdekammer ist zum Schluss gekommen, dass der Auftragnehmer nachlässig gehandelt hat. Gemäß der nationalen Beschwerdekammer und dem Art. 355§ 2 k.c. ist die sorgfältige Ausführung von großen Bedeutung.